Für jeden das Beste, wenn ich weg bin

„Meine Anfälle blieben. Sie überfielen mich, irgendwann, dann plötzlich, unerwartet und unberechenbar. Ich hatte keine Ahnung mehr, wofür ich überhaupt noch da bin. Mit der Zeit lernte ich Masken aufzusetzen. Aber dahinter war nichts mehr. Seelisch war ich tot. Schon lange. Ich war schon immer der Traurigste von allen. Ich musste das verstecken; es sollte keiner merken. Eigentlich wollte ich das nicht; ich wollte nicht sterben. Ich wollte nur dieses Leben nicht mehr.“

 

 

 

 

 

 

Uwe leidet an Depressionen und hat Angststörungen. Das schon seit seinem 12. Lebensjahr. Er hat sich immer als Außenseiter und für alles schuldig gefühlt. „Andere können sowieso alles besser, als ich“, ist schon immer seine Grundhaltung gewesen. Also hat er noch mehr gearbeitet, noch mehr gegeben und noch mehr für Anerkennung gekämpft. Keiner sollte merken, wie er sich wirklich fühlte. Bis zum Burnout. Ab da gelang es ihm immer weniger, seine Überlebensstrategie aufrecht zu halten. „Meiner Familie und allen geht es besser ohne mich“, das war irgendwann seine feste Überzeugung. Ein Suizidversuch war für ihn Anfang 2015 deshalb das, was als das einzig Richtige schien. Uwe wurde gerettet und ist heute erfolgreicher Blogger und Buchautor. „Depression abzugeben“, lautet sein Werk, das andere über die schwere Erkrankung aufklären soll. Auch heute noch ist die Depression Uwes ständiger Begleiter. Er weiß nur, damit umzugehen.